Was Gelbes - Ich sehe was, was du nicht siehst

Aktualisiert: 24. Juni

Wanderungen, und schon gar Achtsamkeitswanderungen mit Jugendlichen müssen interessant sein. Da hilft die Übung oder Aufgabe, eine gewisse Zeit und Strecke zu beobachten, wieviel Objekte einer bestimmten Farbe wir entdecken können.

In der gemeinsamen Runde, in der die Entdeckungen zusammen getragen werden, gibt es manchmal Überraschungen oder Perspektivveränderungen und oft sagt das Gesehene etwas Persönliches über den oder die Beobachtende aus. Wer liebte als Kind nicht auch das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“.

Das ist eine einfache und gut funktionierende Wahrnehmungsübung.

In meinem letzten Wanderurlaub auf der Vulkaninsel La Gomera hatte ich die Idee, jeden Tag meiner Freundin und Herausgeberin des Lavendelos etwas Gelbes zu fotografieren. Gelb steht ja in unserer Kultur häufig für Sonne, Sommer, Sonnenschein (aber nicht zu vergessen auch Neid und Eifersucht).

Dabei stellte ich fest, dass Gomera grau, braun, schwarz und an den Stellen mit Wasser grün ist. Der Atlantik ist natürlich blau, türkis, manchmal grau. Neben einigen Blüten, Obst, Flechten oder Pilzen, fand ich die Farbe gelb meist an den Objekten, die von Menschen gemacht sind: eine Öltonne, Liegestühle, Hausfarbe, Mülltonne, die Post, ein politischer Aufkleber auf einem Verkehrsschild.

Das seien nun keine typischen „Urlauberangeberfotos“ mehr, war die Resonanz, sondern ließen tatsächlich meinen Fokus, meine Perspektive wechseln und Dinge fotografieren, die ich sonst außer Acht gelassen hätte.

Magisch bleibt La Gomera weiterhin. Für mich verliert sie den Zauber nicht.